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Ausgabe 189

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Wissenschaft & Technik Erster Pliosaurier in Österreich entdeckt 104 NHM Wien-Paläontologe entdeckt in Oberösterreich den ersten kreidezeitlichen Pliosaurier-Nachweis im gesamten Alpenraum Foto: NHMW / Lukeneder Pliosaurier waren im Meer lebende Re ptilien aus dem Mesozoikum, das vor etwa 252,2 Mio. Jahren begann und vor etwa 66 Mio. Jahren endete. Während einer paläontologischen Grabung im Raum Ebensee (OÖ) entdeck - seinem Kollegen Nikolay Zverkov von der Jurassic Word Filmen.“ ziert,“ resümiert Lukeneder. Gemeinsam mit sie vergleichbar mit Mosausauriern aus den te der Paläontologe Alexander Lukeneder vom Naturhistorischen Museum (NHM) Wien einen fossilen Zahn, der nun für eine wissenschaftliche Sensation sorgt. „Der ein Zentimeter große Saurierzahn ist die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen, also in diesem Fall der Zahn im Gesteinshaufen“, freut sich Lukeneder. Bei dem Fund handelt es sich um einen kreidezeitlichen Erstnachweis aus dem gesamten Alpenraum und den erst zweiten Pliosaurier-Nachweis aus dem Hauterivium (einer zeitlichen Stufe der unteren Kreidezeit) weltweit. Im Rahmen einer paläontologischen Grabung 2018 zwischen Traun- und Attersee in der Langbathzone (Nördliche Kalkalpen), ent deckte der Paläontologe den Zahn, der aus Gesteinsschichten stammt, die vor 132 Mil - lionen Jahren in der unteren Kreidezeit abgelagert wurden. An der Fundstelle findet seit Jahren eine Grabung des NHM Wien statt. „Ob der Seltenheit und besonderen Form Russischen Akademie der Wissenschaften konnte er den Zahn als den eines Pliosauriers identifizieren. Die Pliosaurier zählen zur Gruppe der Flossenechsen, der sogenannten Sauroptery - gia. Pliosaurier waren im Meer lebende Re - ptilien aus dem Mesozoikum, dem Erdmittelalter. Der Name für diese rein marine Grup - pe stammt aus dem Griechischen mit pleion „mehr“ und sauros „Echsen“. Dieser Name sollte nach der Entdeckung im 19. Jahrhundert die Zwischenstellung von Krokodilen und anderen Meeressauriern widerspiegeln. Sie gelten als Spitzenpredatoren dieser Zeit und waren auf der Jagd nach andern Meeressauriern, Ur-Haien und Ammoniten. Der be - kannteste Vertreter dieser Meeresreptilien ist der bis zu 10 Meter große Liopleurodon. „Diese Gruppe der Pliosaurier trägt 60-100 spitze, krokodilartige Zähne im Maul eines bis zu 2 bis 3 Meter langen Schädels“, er - klärt Lukeneder. Im internen Kreis wird der Saurier auch „Pliosaurier austriacus“, also österreichischer Pliosaurier genannt. „Wissenschaftlich gesehen ist er ein Vertreter der Thalassophonea, etwas martialisch als „Mörder“ der Mee - re zu übersetzen“, so der Wissenschafter. Zur Erforschung wurden moderne Me - thoden der Mikrotomographie sowie der Rasterelektronenmikroskopie angewendet, um das Fossil exakt beschreiben zu können. Die Mikrotomographie des Zahnes wurde durch Gerhard Weber und Martin Dockner vom Vienna Micro-CT Lab der Universität Wien durchgeführt. Dabei konnte man in das Innere des Zahnes blicken, die exakten In - tern-Strukturen erkennen und ihm so zusätzliche Geheimnisse entlocken, wie eine Art „Ur-Karies“ und die besondere Abnützung der Zahnspitze durch das Fressen von Ur- Haien. Der Zahn wird ab 2020 in der Ausstellung des Mesozoikum-Saals 8 im NHM des Fundes gestaltete sich die Suche nach „Pliosaurier haben einen kurzen Hals, aber Wien zu sehen sein. n dem „Besitzer“ des Zahnes extrem kompli- einen sehr langen Schädel. Im Aussehen sind https://www.nhm-wien.ac.at »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 189 / 31. 10. 2019 Kultur Wolfgang Paalen (1905–59) Der österreichische Surrealist in Paris und Mexiko – von 4. Oktober 2019 bis 19. Januar 2020 im Unteren Belvedere 105 Foto: Belvedere, Wien, Johannes Stoll © Succession Wolfgang Paalen et Eva Sulzer Wolfgang Paalen, Espace libre, 1941 Öl auf Leinwand 114 × 145 cm, Gordon Onslow Ford Collection, Lucid Art Foundation Wolfgang Paalen war der einzige österreichische Künstler im Kreis der Pariser Surrealisten. Als Kosmopolit, Vordenker, Schriftsteller und bedeutender Impulsgeber etablierte er sich darüber hinaus als Schlüsselfigur in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Das Belvedere widmet seinem Schaffen und Wirken nun eine längst überfällige museale Aufarbeitung. Der 1905 in Wien geborene Wolfgang Paalen prägte durch seine Werke und seine Publikationen maßgeblich die europäische und die US-amerikanische Kunst der 1930erbis 1950er-Jahre. Einer breiten Öffentlichkeit sind seine Bilder und Skulpturen heute dennoch kaum bekannt. Das Belvedere be - Foto: Eva Sulzer, Privatarchiv Andreas Neufert (Copyright Succession Sulzer, The Wolfgang Paalen Society e.V.) Wolfgang Paalen, um ca. 1940 »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at sitzt zwei Arbeiten von Wolfgang Paalen, die 1992 im Zuge der ersten Paalen- Retrospektive im damaligen Museum des 20. Jahrhunderts angekauft wurden. Generaldirektorin Stella Rollig: „Wolfgang Paalen war ein Weltbürger mit österreichischen Wurzeln. Seine Gemälde sind kaum in Europas Museen zu sehen – zu vielschichtig war wohl sein Beitrag zur Kunst des 20. Jahrhunderts: Sein Interesse an anderen Kulturen und seine Fähigkeit, sich und die Kunst immer wieder infrage zu stellen, beeinflußten eine ganze Generation europäischer und US-amerikanischer Künstlerinnen und Künstler nachhaltig. Das Belvedere gibt nun einen Anstoß dazu, ihn und sein Œuvre

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