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Ausgabe 188

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 188 / 05. 09. 2019 Österreich, Europa und die Welt 18 Namen gemacht und hohes Ansehen erarbeitet. Herzlichen Dank, daß Sie die Tü ren des Vatikans oftmals für Oberösterreich geöffnet haben.“ m Weitere RückkehrerInnen waren bzw. sind: Jürgen Danzmayr, ehemaliges Vorstandsmitglied der HypoVereinsbank in München für den Bereich Private Banking, seit 2018 in Pension in Oberösterreich; Ingeborg Smith, die letzten 19 Jah re in Ghana als Honorargeneralkonsulin und zeitgleich Konsulentin der Außenhandelsstelle Lagos; sowie Helga Wurms dobler, die noch bis Jahresende im Kabinett von EU-Kommissar Johannes Hahn mitarbeiten wird. Für den besonderen Heimaturlaub gab es für die Gäste als Vorprogramm eine Fahrt mit der Linzer Tourismusattraktion Nummer Eins, der Grottenbahn sowie einen Besuch der Märchenwelt. An die Kinder wurden die neu präsentierten Genussland OÖ „Bschoad Binkerl“ verteilt. n http://www.land-oberoesterreich.gv.at/ https://www.ooe-international.at/ Landeshauptmann Thomas Stelzer mit Irmfried Schwimann, … Privatdozentin Christine Maria Grafinger, … Helga Wurmsdobler, Alle Fotos: Land OÖ / Kraml Foto: … Jürgen Danzmayr und … Ingeborg Smith »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 188 / 05. 09. 2019 Österreich, Europa und die Welt Fernab der Heimat, in der Heimat 19 Die Salzburger Armenologin Jasmine Dum-Tragut eröffnete im Genozid-Museum in Jerewan die erste Ausstellung, die das Schicksal armenischer Kriegsgefangener in den österreichischen Gefangenenlagern im Ersten Weltkrieg zeigt. Während des Ersten Weltkriegs kämpften in der russischen Armee auch ar - menische Soldaten gegen Österreich-Ungarn. Hunderte gerieten in Gefangenschaft und muß ten als Insassen der österreichischen Kriegsgefangenenlager wie z.B. in Purgstall (Niederösterreich), Spratzern (Niederösterreich), Wieselburg (Niederösterreich) oder Grödig (Salzburg) als Helfer bei Bauern, in Fabriken oder im Straßenbau arbeiten. Ihren Schicksalen ist Jasmine Dum-Tragut, Leiterin der Abteilung für Armenische Studien am Zentrum zur Erforschung des Christlichen Ostens (ZECO) an der Universität Salzburg nachgegangen. Dum-Tragut ist die einzige habilitierte Armenologin in Österreich. „Mit den armenischen Kriegsgefangenen in österreichischen Lagern hat sich bisher noch niemand auseinandergesetzt. Ich habe versucht, ihre Geschichte, zu denen es dank der Aufzeichnungen des österreichischen Anthropologen Rudolf Pöch gute Anhaltspunkte gibt, zu verfolgen. Ich habe mich auf die Suche gemacht nach den Erfahrungen der Soldaten fernab der Heimat an der Front, ihrer Gefangenschaft, Flucht oder Befreiung, ihrer Rück - kehr in die Heimat und ihrem Leben nach dem Krieg.“ Nach dreijähriger Arbeit in österreichischen, armenischen und russischen Archiven und intensiver Feldforschung in den Heimatdörfern der Kriegsgefangenen, wo Dum Tragut Angehörige aufgesucht hat, werden nun die Schicksale von 20 Soldaten in der Ausstellung „Fernab der Heimat, in der Heimat“ im Genozid-Museum in Jerewan präsentiert. Zu sehen sind Exponate aus den Kriegsgefangenenlagern, Archivfotos, Videos, Dokumentarfilme, alte Tonaufnahmen und jüngst dokumentierte Erinnerungen von Verwandten der Soldaten dort bis 31. Oktober. Die Idee zur Ausstellung stammt von Dum-Tragut, die die Ausstellung auch kuratiert und (mit-)organisiert. „Wenn vom 1. Weltkrieg die Rede ist, denkt in Armenien jeder an den furchtbaren Genozid, den Jungtürken im Jahr 1915 im damaligen Osmanischen Reich an bis zu 1, 5 Foto: Universität Salzburg Jasmine Dum-Tragut, Leiterin der Abteilung für Armenische Studien am Zentrum zur Erforschung des Christlichen Ostens (ZECO) an der Universität Salzburg Millionen Armeniern verübt haben. Das Ziel der Ausstellung ist es, auch die Geschichte jener Armenier ins Bewußtsein zu rufen, die im 1. Weltkrieg in der russisch-zaristischen Armee an der Front gekämpft haben.“ Dum-Traguts Interesse an der Thematik wurde ursprünglich durch Phonogramm- Auf nahmen von Armeniern geweckt, die der österreichische Anthropologe Rudolf Pöch während des Ersten Weltkriegs im Auftrag von Kaiser Franz Josef und der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (später umbenannt in Österreichische Akademie der Wissenschaften) in österreichischen Kriegsgefan - genenlagern gemacht hatte. Pöch hatte 7000 russische Kriegsgefangene, darunter auch 200 Armenier, anthropologisch untersucht. Er hat sie vermessen, fotografiert, Gipsabdrücke angefertigt, ihre Daten dokumentiert und eben auch Stimmaufnahmen („es ist sen sationell, wie gut sie sind“) gemacht. „Das Phonogramm-Archiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at mich vor einigen Jahren als Expertin für die Pöch´schen Stimmaufnahmen der Armenier zu Rate gezogen. Damals war ich von einer Stimme – sie gehörte einem gewissen Arschak Manukyan – so fasziniert, daß ich mich auf die Suche nach der Person zur Stim - me gemacht habe. Das war der Keim meiner Forschung, die jetzt in der Ausstellung mündet“, sagt die Armenologin. Armenien, das Bergland im Südkaukasus zwischen Georgien, Aserbeidschan, dem Iran und der Türkei, kaum so groß wie Niederösterreich und Oberösterreich zusammen, zählt heute ungefähr zwei Millionen EinwohnerInnen. Etwa 10 Millionen ArmenierInnen leben über die ganze Welt verstreut. „Ich bin aufgrund des Studiums der Armenologie, auf das ich durch Zufall gekommen bin, seit 31 Jahren regelmäßig in Armenien, jetzt vor der Ausstellung aber so oft wie nie zuvor, nämlich monatlich“, sagt die 54jährige gebürtige Steirerin. Bei der Ausstellung unterstützt wird sie – nebst dem österreichischen Außenministerium – vor allem vom Team des Genozid- Museums um Direktor Harutyun Marutyan, der auf die außergewöhnliche Tatsache verweist, daß eine Österreicherin Forschung zu Armenien macht und diese Forschung in Ar - menien präsentiert. Die Ausstellung ist dreisprachig: Armenisch, Deutsch und Englisch. Leihgeber sind die das Dept. für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien (Sammlung nach Pöch), Österreichische Nationalbibliothek, das Staatsarchiv, das Kriegsarchiv, das Naturhistorische Museum, das Salzburg Museum u.v.m. Eine Wissenschaftsdelegation der Universität Salzburg hat Dum-Tragut zur Ausstellungseröffnung am 31. August nach Jerewan begleitet. Bei einer parallel stattgefundenen Tagung wurden Kontakte zwischen der Universität Salzburg und armenischen Universitäten geknüpft und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit gefunden. n http://www.uni-salzburg.at/ http://www.genocide-museum.am/eng/

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