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Ausgabe 187

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 187 / 07. 08. 2019 Österreich, Europa und die Welt Kompetenzen und Erfahrung von Landsleuten im Ausland 28 12. Auflage von Network Vorarlberg Foto: Land Vorarlberg / Frederick Sams 25 „Auslandsvorarlberger“ trafen sich zum diesjährigen Network Vorarlberg in Bregenz, auch heimische Unternehmer nahmen daran teil. Vorarlberg kann sich als innovativer Produktions- und Wirtschaftsstandort na - Dienstleistungen aus Vorarlberg“. hoch halten“. starke Nachfrage nach Produkten und sen wir auch die Investitionsquote weiterhin tio nal wie auch am Weltmarkt sehr erfolgreich behaupten. Aktuelle Konjunkturbarometer prognostizieren allerdings international eine gewisse Abkühlung. Geopolitische Entwicklungen sind dabei ein Faktor, den auch die heimische Wirtschaft spüren wird. Wie kann sich der Wirtschaftsstandort Vorarlberg angesichts dieser sich abzeichnenden Entwicklungen auch in Zukunft fit halten? „Diese und andere Fragen wurden im Rahmen des diesjährigen Network-Vorarlberg- Treffens in Bregenz erörtert“, informierten Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser in einem Pressegespräch am 23. Juli. Trotz schwieriger Bedingungen im internationalen Umfeld – die Weltwirtschaft hat merklich an Schwung eingebüßt – setzte sich die erfreuliche Wirtschaftsentwicklung für Vorarlberg fort. Mit einem Volumen von 10,5 Milliarden Euro im Außenhandel, das entspricht einem Plus von 2,7 Prozent ge - genüber 2017, verbuchte die stark exportorientierte Vorarlberger Wirtschaft im Vorjahr einen neuen Allzeitrekord. Für Wallner spiegeln sich darin Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Stärke der heimischen Wirtschaft: Abgeschwächte Konjunktur als Herausforderung In der zweiten Jahreshälfte 2018 hat die Weltwirtschaft merklich an Schwung verloren und expandierte im Jahr 2019 nur verhalten. Die Wachstumsabschwächung in China und Ostasien bremst die weltweite Konjunktur- und Handelsentwicklung. Mit der Anhebung bzw. Einführung von gegenseitigen Strafzöllen erreichte der Handelskonflikt zwischen den USA und China im Mai 2019 seinen bisherigen Höhepunkt. Darüber hinaus bremsten im Jahr 2018 die anhaltenden Schwierigkeiten der deutschen Automobilindustrie die Wirtschaftsentwicklung in Europa. Auch der potentielle Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU führte zu einer Verunsicherung am europäischen Markt. „In diesem unklaren Umfeld wird eine vorausschauende und sichere Planung für unsere Unternehmen mit einigen Ländern zunehmend schwieriger“, merkte der Landeshauptmann an. Mit Blick auf diese globalen Herausforderungen stellte er klar: „Um un - seren Standort weiterhin wettbewerbsfähig zu halten, müssen wir auf Landesebene wei- Network-Treffen als bewährtes Diskussionsforum Mit diesen Fragen und Themen beschäftigte sich das diesjährige „Network Vorarlberg“-Treffen. „Für die weitere strategische Ausrichtung des Landes ist die Einbeziehung der Perspektive von außen äußerst nützlich und hilfreich“, begründete Wallner die neuerliche Auflage der Veranstaltung. Alle zwei Jahre werden diese Treffen von Landesseite organisiert. Die TeilnehmerInnen kommen aus der Forschung, aus staatlichen bzw. staatsnahen Einrichtungen und aus verschiedenen Wirtschaftszweigen, die Kontakte reichen in fast alle Kontinente. Gemeinsam – viele von ihnen sind bereits Stammgäste bei den Treffen – sind ihnen allen die Vorarlberger Wurzeln. Teilnehmende des aktuellen Treffens kommen unter anderem aus China, Malaysia, Singapur, Russland und Mexiko. „Den Erfahrungsschatz und das Knowhow der im Ausland lebenden Landsleute wollen wir für die Weiterentwicklung Vorarlbergs nützen. Aus der zusätzlichen Perspektive lassen sich wichtige Schlüsse ziehen“, zeigte sich Lanziert. „Hierzulande wird Qualität produter in die Bildung, die duale Ausbildung und desstatthalter Rüdisser überzeugt. n Genau sie ist auch der Grund für die die Forschung investieren. Gleichzeitig müs- https://vorarlberg.at/ »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 187 / 07. 08. 2019 Österreich, Europa und die Welt »Urban Summer Social« im Wien-Haus in Brüssel 29 »Alte« und »neue« Abgeordnete des Europäischen Parlaments im Austausch mit AkteurInnen der EU-Städtepolitik Wenige Wochen nach den Wahlen zum Europäischen Parlament lud das Wien- Haus in Brüssel am 11. Juli zu einem „Urban Summer Social“, bei dem VertreterInnen zahlreicher Städte- und Regionalbüros sich mit „alten“ und „neuen“ Mitgliedern des Eu - ropäischen Parlaments austauschen konnten, u.a. mit den Abgeordneten Jens Geier, Monika Vana und Bettina Vollath. Auch die Generalsekretärin des Netzwerks der großen europäischen Städte, Eurocities, Anna Lisa Boni, nahm an der Veranstaltung teil. Michaela Kauer Die Leiterinnen des Verbindungsbüros der Stadt Wien, Michaela Kauer, sowie der Bü - ros der Wirtschaftsagentur Wien, Susanne Strohm, und der Wiener Stadtwerke, Elisa Schenner, informierten über aktuelle Themen aus der Sicht der Stadt Wien. Michaela Kauer führte aus, daß nach der Konstituierung des Europaparlaments nun auch in der Kommission viele Entscheidungen inhaltli - cher und personeller Art anstehen. „Als Städ - te fordern wir hier, daß es in der Europäischen Kommission eine klare Verantwortung für Städtepolitik gibt. Ein Mitglied der künftigen Kommission muß das Thema weiter vorantreiben.“ Nur so könne ein „urban mainstreaming“ von EU-Politik gelingen. „Dies ist letztlich die Voraussetzung, daß die Ergebnisse der thematischen Partnerschaften der EU-Städteagenda, die nun vorliegen, umgesetzt werden.“ Immerhin leben zwei Drittel der EU-Bevölkerung in Städten – Ten - denz steigend. Das Wien-Haus wird im Herbst einige wichtige Themen auf der Tagesordnung ha - ben, etwa die kollaborative Wirtschaft und ihre Auswirkungen auf Wohnungsmärkte, Arbeits- und Lebensbedingungen, die Herausforderung der städtischen Produktion und den Beitrag der Städte am Übergang zur Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit. In der Klima- und Energiepolitik wird die Fra - ge im Vordergrund stehen, wie die bessere Zusammenarbeit einzelner Sektoren – Elektrizität – Wärme – Mobilität – helfen kann, Emissionen kosteneffizient zu verringern. Foto: Wien-Haus Brüssel v.l.: MEP Monika Vana, MEP Jens Geier, Michaela Kauer, MEP Bettina Vollath, Anna Lisa Boni, Susanne Strohm und Elisa Schenner im Wien-Haus in Brüssel Anna Lisa Boni Anna Lisa Boni, Generalsekretärin von Eurocities, das mit seinen 144 Mitgliedsstädten 130 Millionen BürgerInnen vertritt, erinnerte danach an die Forderungen der Städte an die EU-Institutionen: „Wir hoffen sehr, daß das Europäische Parlament wieder eine parlamentarische Arbeitsgruppe zu städtischen Angelegenheiten einsetzen wird, so, wie es die BürgermeisterInnen der grossen europäischen Städte in ihrem Manifest fordern, und wir bieten unsere Expertise als Städte in allen inhaltlichen Bereichen an, denn die Zukunft Europas ist urban.“ Dies betreffe alle Bereiche, vom Klimawandel und Energieeffizienz, Frauen- und Gleichstellungspolitik sowie Integration über die Kreis - laufwirtschaft bis zu Smart Cities oder der Umsetzung der UNO-Nachhaltigkeitsziele auf lokaler Ebene. Monika Vana Abgeordnete Monika Vana, Delegationsleiterin der österreichischen Grünen im Eu - ropaparlament, betonte, daß sie als Wienerin auch weiterhin auf die Interessen der Städte achten werde: „Gerade im Regionalausschuß haben wir uns stark dafür eingesetzt, daß der »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at neue Mehrjährige Finanzrahmen und die da - mit verbundenen Förderinstrumente städtetauglich ausgestaltet werden: die EU-Förderungen müssen direkt von Städten genutzt werden können.“ Die städtische Dimension müsse aber in allen Politikbereichen berück - sichtigt werden, denn die Ziele der EU, etwa bei der Bekämpfung des Klimawandels und dem Aufbau einer Sozialunion, können nur gemeinsam mit den Städten erreicht werden. Jens Geier Jens Geier, schon bisher Abgeordneter und nun neuer Delegationsleiter der SPD im Europaparlament und Mitglied des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie, ging auf die Notwendigkeit ein, noch stärker gemeinsam mit der Wirtschaft in Nachhaltigkeit zu investieren, und hier auch gute Beispiele aus den Städten und Regionen vor den Vorhang zu holen. Die neue österreichische Abgeordnete Bettina Vollath informierte, daß sie sich v.a. für Menschenrechte und im Rechtsausschuß des Europaparlaments engagieren werde; für die Anliegen der Städte zeigte sie sich offen. n https://www.wien.gv.at/ https://www.wien.gv.at/wirtschaft/eu-strategie/wien-haus/

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