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Ausgabe 186

Das "Österreich Journal" zum Durchblättern - die gewohnten vier verschiedenen pdf-Varianten zum Download finden Sie hier: http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 186 / 01. 07. 2019 Chronik 92 Streaming-Abos wie Netflix, Amazon Video oder Sky setzen. 14,9 % würden nicht auf Pri - vatsender verzichten wollen; und 9,6 % halten das öffentlich-rechtliche Fernsehen für essentiell. Über das aktuelle Tagesgeschehen informieren sich 55,7 % der jungen Menschen in sozialen Netzwerken, wobei hier auch die Inhalte der klassischen Medienmarken hinzuzuzählen sind. 38,4 % konsumieren die Digitalangebote der Tagezeitungen. Gleichauf liegt Radio als wesentliches Informationsmedium. 34,1 % konsumieren Nachrich - ten im Fernsehen, ein Viertel (23,9 %) liest Tageszeitungen in gedruckter Form und ein weiteres Viertel (24,3 %) informiert sich in Online-Medien, so genannten Publisher- Sites. Die Bedeutung sozialer Medien nimmt mit zunehmendem Alter deutlich ab, worin sich auch eine Differenzierung in der Wahrnehmung der Informations- und Quellenqualität widerspiegelt. Digitalisierung als Fluch oder Segen Mehr als die Hälfte (52,2 %) der jungen Menschen befürwortet ein bedingungsloses Grundeinkommen im Bewußtsein, daß die fortschreitende Digitalisierung Arbeitsplätze kosten wird. 90,8 % der jungen Österrei - cherInnen würden auch bei Bezug des bedingungslosen Grundeinkommens arbeiten. Nur 2,4 % würden die Arbeit verweigern, wenn sie rund 1.500 Euro im Monat ohne Gegenleistung beziehen könnten. 35,2 % halten das bedingungslose Grundeinkommen in den nächsten zehn Jahren für realistisch. Große Sorgen vor der Digitalisierung als Jobkiller hat die Jugend nicht: 68,1 % halten Bits und Bytes nicht für die Konkurrenten der Zukunft auf dem Arbeitsmarkt. Nur 7 % sehen ihren (künftigen) Ar beitsplatz durch die Digitalisierung gefährdet. n http://www.marketagent.com/ Zum Abschluß des Schuljahres besuchten Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky, Bildungsdirektor Heinrich Himmer und Bezirksvorsteher Wilfried Zankl die Volksschule Karl-Löwe-Gasse in Wien-Meidling. Stellvertretend für insgesamt fast 240.000 SchülerInnen wünschten sie den Kindern der 2. Klasse Volksschule sowie den LehrerInnen eine schöne und erholsame Ferienzeit. Bildungsdirektor Heinrich Himmer: „Ich gratuliere allen Wiener SchülerInnen zu Schulschluß: 240.000 Wiener SchülerInnen starteten in die Ferien »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at ihren Leistungen im abgelaufenen Schuljahr und wünsche tolle Ferien! Für jene Kinder mit negativem Zeugnis lautet das Motto: Keep cool! Jetzt gilt es, nach den Ursachen zu forschen, die Probleme an den Wurzeln zu packen, sich für die Nachprüfung vorzubereiten – und trotzdem auch die Ferien zu genießen.“ Stadtrat Jürgen Czernohorszky: „Aber auch jene SchülerInnen, die in den Ferien in der Stadt bleiben, werden sich nicht langweilen: So haben wir heuer mit den Summer City Camps ein supertolles Ferienprogramm auf die Beine gestellt. Dabei kann man sich auch gleich fit fürs nächste Schuljahr ma - chen – denn an fünf Standorten gibt es Lernhilfe für alle, die es brauchen. Hier sind auch noch Plätze frei!“ Alle Infos über freie Plätze in den Summer City Camps mit Lernhilfe – den „Summer Schools“ – gibt es unter http://www.summercitycamp.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 186 / 01. 07. 2019 Chronik Steuerausgleich mit Rebensaft Warum Bauern eines kleinen Bergdorfs gleich mehrfach steuerpflichtig wa - ren, welche Form von „road pricing“ im Mit - telalter in Mode war, und warum man sich mit Weinlieferungen an das kirchliche Fi - nanzamt nicht der Bestechung verdächtig machte, enthüllt dieser „Salzburger Grenzfall“ mit bayerischer Schlagseite. Wo der Südrand von Bayern an Tirol grenzt, liegt das 2.000-Seelendorf Schleching, ein kleiner Luftkurort. Das war nicht immer so. Über Jahrhunderte hat sich ein Relikt aus der Zeit gehalten, in der Salzburg mehr politischen Einfluß hatte. Als unfreie Bauern wa - ren die meisten Schlechinger bis Anfang des 19. Jahrhunderts Grunduntertanen des bayerischen Herzogs und mehrerer Salzburger Grundherren. So hatten etwa das Domkapitel und St. Peter hier Besitz. Nicht nur, denn auch den Klöstern Baumburg und Frauenchiemsee gehörten hier Land und Leute. Käse für die Oberen An die Herren waren Abgaben zu leisten. Für den bayerischen Herzog trieb sein Marquartsteiner Pfleger zwei Drittel des Zehents ein, ein Drittel stand dem Pfarrer von Grassau zu. Doch auch die Salzburger wollten be - zahlt sein. So hatten die großen Bauernhöfe jährlich 300 Käselaibe abzuliefern. Auch Lu - xusgüter waren gefragte Steuerwährung. Einige Schlechinger Bauern waren im Ne - bengewerbe Transportunternehmer und be - förderten mit Pferden Wein aus Südtirol sowie Salz entlang der Tiroler Achen. Flüssige Weinsteuer für die Kirche Ein Saum Wein, also die Menge, die auf ein Pferd passte, war pro Hof jährlich nach Salzburg abzuliefern. Das läßt sich aus Grundbüchern aus dem Jahr 1385 nachlesen, auch die verpflichteten Hofnamen wie Graf, Haider, Piltzl, Huefl, die heute noch erhalten sind. Steuern mit Wein zu bezahlen war in Nordtirol, in Bayern, im Salzburgischen Zillertal und im Pinzgau häufige Praxis, Be - zeichnungen wie „Weinlehen“ erinnern heu - te noch daran. Steter Tropfen für die Tafel Im ausgehenden Mittelalter sattelten die Schlechinger „Weinzinser“ um und beglichen Bayerische Bauern mußten den Salzburger Kirchenherren jährlich eine Pferdeladung Wein abliefern. Foto: Land Salzburg / Ferdinand Lainer Foto: Land Salzburg / Rufus46 Die Säumerei mit Pferden war in den Alpen eine wichtige Erwerbsquelle für die Bauern. Hier eine Nachstellung über den Felbertauern. ihre Steuerschuld in bar. Rebensaft-Ersatz für die fürsterzbischöfliche Tafel kam dafür aus Salzburgs niederösterreichischen und südsteirischen Besitzungen und eigenen An einem alten Saumpfad in den Chiemgauer Alpen liegt die Streichenkirche. Bauern dieser Gegend bezahlten den Salzburger Erzbischöfen einst Steuern mit Käse und Wein. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at 93 Weinhöfen in Südtirol. Abgerundet wurde das Weinsortiment durch Ankäufe aus dem Friaul. Überbleibsel Alt-Salzburger Verbundenheit Schleching blieb bis 1817 kirchlich Teil des Bistums Chiemsee, das dem Salzburger Erzbistum unterstellt war. Sichtbare Salzburg-Bezüge lassen sich heute nur noch schwer ausmachen. Wandmalereien in der Streichenkirche, einem ehemaligen Wallfahrtsort hoch über dem Achental werden dem in Salzburg aktiven Conrad Laib, zwei Glasfenster einem Meister von Tamsweg zugeschrieben. Kurioses über Grenzen hinweg Die „Salzburger Grenzfälle“ versammeln Kuriositäten rund um die Grenzen Salzburgs und bilden eine aufschlußreiche Lektüre zu Geschichte, Landeskunde und Politik des Lan - des. Autor Stefan Mayer beschäftigt sich seit 2002 mit grenzfälligen Besonderheiten in und um Salzburg, die bereits vier Bücher füllen. Um 6,90 Euro kann Band 4 per E-Mail an mailto:landesmedienzentrum@salzburg.gv.at bzw. unter ++43 / (0)662 8042-2417 bestellt werden. Digitale Versionen aller vier Bände stehen hier kostenlos zur Verfügung: http://www.salzburg.gv.at/grenzfaelle

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