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Ausgabe 186

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 186 / 01. 07. 2019 Wirtschaft Moderates Wachstumstempo Optimismus in der heimischen Wirtschaft, trotz erneut steigender Herausforderungen im Exportgeschäft – BIP-Anstieg für Österreich unverändert mit 1,4 Prozent für 2019 und 1,3 Prozent für 2020 erwartet Die Talfahrt der Konjunkturstimmung in Österreich hat ein zumindest vorläufiges Ende gefunden: „Der UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator ist im Mai auf 2,2 Punkte gestiegen. Erstmals seit sieben Monaten hat sich die Stimmung in der österreichischen Wirtschaft wieder verbessert“, meint UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Nach dem deutlichen Ab - schwung ausgehend vom Konjunkturhöhepunkt rund um den Jahreswechsel 2017/18 pendelt sich die heimische Wirtschaft nun auf ein moderateres Wachstumstempo ein. „Die Inlandsnachfrage, insbesondere die Kon sumenten, tragen derzeit das Wirtschaftswachstum in Österreich. Durch die Abschwächung der Weltwirtschaft ist jedoch in den vergangenen eineinhalb Jahren viel Schwung verloren gegangen. Die Wachstumsraten haben sich von rund 3 Prozent rund um den Konjunkturhöhepunkt daher mittlerweile halbiert. Dieses ruhigere Tem - po, das etwa der Höhe des Potenzialwachstums entspricht, dürfte die heimische Wirtschaft jedoch beibehalten“, so Bruckbauer. Stabilisierung der Konjunkturstimmung Die erstmalige Verbesserung des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators seit über einem halben Jahr stellt zwar keine UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator Österreich Trendwende dar, läßt jedoch zumindest auf eine Stabilisierung der Konjunkturstimmung nach einer langen Abschwungsphase schließen. Maßgeblichen Anteil daran hat die gute Stimmung unter den heimischen Konsumenten, die im Mai sogar den höchsten Wert des laufenden Jahres erreicht hat. Dazu haben die weiterhin rückläufige Arbeitslosigkeit, die höhere Lohndynamik so wie leicht unterstützende fiskalische Ak - zente, unter anderem durch den Familienbonus Plus beigetragen. 84 Gestützt auf die positive Verbraucherstimmung hält der Optimismus im Dienstleistungssektor kaum vermindert an. Am Bau hat sich die Stimmung angesichts voller Auftragsbücher sogar erneut verbessert und er - reicht ebenfalls ein Jahreshoch. „In den einzelnen Sektoren der österreichischen Wirtschaft hat sich die Stimmung im Mai zu - meist verbessert. Selbst die heimische Industrie hat erstmals seit drei Monaten wieder an Zuversicht gewonnen, trotz der erneuten Verschlechterung des Exportumfelds. Der In - Österreich Konjukturprognose Prognose 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Wirtschaftswachstum (real, Vdg. z. Vorjahr) 1,8 2,9 0,7 0,0 0,7 1,1 2,0 2,6 2,7 1,4 1,3 Industrieproduktion (real, Vdg. z. Vorjahr) 7,0 6,7 0,1 0,8 1,1 2,4 2,5 4,2 3,8 2,5 2,0 Privater Konsum (real, Vdg. z. Vorjahr in %) 1,0 1,3 0,5 -0,1 0,3 0,4 1,4 1,4 1,6 1,5 1,33 Investitionen (real, Vdg. z. Vorjahr in %) *) -2,6 6,6 0,9 1,6 -0,4 2,3 4,3 3,9 3,4 2,3 1,2 Inflationsrate (Vdg. zum Vorjahr in %) 1,9 3,3 2,4 2,0 1,7 0,9 0,9 2,1 2,0 1,7 1,9 Arbeitslosenquote (nationale Definition) 6,9 6,7 7,0 7,6 8,4 9,1 9,1 8,5 7,7 7,4 7,43 Beschäftigung (Vdg. zum Vorjahr in %) **) 0,8 1,9 1,4 0,6 0,7 1,0 1,6 2,0 2,5 1,8 0,8 Öff. Haushaltssaldo (in % des BIP) ***) -4,4 -2,6 -2,2 -2,0 -2,7 -1,0 -1,6 -0,8 0,1 0,1 0,2 Öffentliche Verschuldung (in % des BIP) 82,7 82,4 81,9 81,3 84,0 84,7 83,0 78,2 73,8 71,4 69,0 *) Bruttoanlageinvestitionen **) ohne Karenzgeldbezieher, Präsenzdiener und Schulungen ***) eigene Schätzung Quelle: UniCredit Research »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 186 / 01. 07. 2019 Wirtschaft 85 dikator für die internationale Industriestimmung ist auf den niedrigsten Wert seit Sommer 2013 gesunken“, meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Während sich in den europäischen Ländern zumeist eine leichte Aufwärtstendenz zeigt, stellen aktuell die Entwicklungen in den USA sowie einigen Schwellenländern die österreichische Exportwirtschaft vor erhöhte Belastungen. Privater Konsum trägt Wachstum in Österreich In der heimischen Wirtschaft zeigen sich nach der Abschwächung des Wirtschaftswachstums im ersten Quartal 2019 auf 1,4 Prozent im Jahresvergleich nunmehr Anzeichen für eine Stabilisierung der Konjunktur. „Der Abwärtstrend scheint gestoppt. Das Wirtschaftswachstum wird sich in den kommenden Monaten etwa auf dem Niveau vom Jahresbeginn bewegen, getragen von der In - landsnachfrage, insbesondere dem Konsum. Damit erwarten wir ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent im Jahr 2019“, meint Pudschedl. Die Aussicht auf eine mögliche leichte Er holung der Weltwirtschaft mit positiven Aus wirkungen auf die heimische Exportwirtschaft hat sich angesichts der andauernden Verunsicherung durch die Handelspolitik der USA mittlerweile deutlich reduziert. Das Risiko einer US-Rezession im Jahr 2020 ist weiterhin evident und wird das Wachstum auch in Österreich belasten. Im Jahr 2020 ist in Österreich unter den schwierigen internationalen Rahmenbedingungen nur mehr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent zu rechnen. Arbeitsmarkt beginnt langsamere Konjunktur zu spüren Die Abschwächung der Konjunktur zu Jahresbeginn wirkt sich zeitverzögert nun auf dem heimischen Arbeitsmarkt aus. Aufgrund des nachlassenden Beschäftigungswachstums ist seit dem Frühjahr die Anzahl der Arbeitslosen nach saisonbereinigten Da - ten sogar wieder angestiegen. Die Arbeitslosenquote, die zwischenzeitlich auf 7,3 Prozent saisonbereinigt gesunken war, liegt zur Jahresmitte bei 7,4 Prozent. „Trotz der Verlangsamung der Konjunktur wird sich im Jahresvergleich der Rückgang der Arbeitslosigkeit auch 2019 fortsetzen. Nach 7,7 Prozent im Jahresdurchschnitt 2018 erwarten wir allerdings nur noch eine Verringerung auf 7,4 Prozent für 2019“, so Pudschedl. Bisher erwarteten die Ökonomen der UniCredit Bank Austria eine Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent im Jahresdurchschnitt 2019. Inflation bleibt niedrig Aufgrund des energiepreisbedingt niedrigeren Starts ins Jahr 2019 wird die durchschnittliche Teuerung im ersten Halbjahr 2019 auf 1,7 Prozent sinken, nach 2,0 Prozent im Gesamtjahr 2018. Der Auftrieb durch den Ölpreis wird in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter abnehmen. Damit wird die Inflation niedrig bleiben. „Wir erwarten, unterstützt durch den Ölpreis, ei - nen Rückgang der Inflation im Jahresdurchschnitt 2019 auf 1,7 Prozent. Der kräftige Konsum wird jedoch in Österreich erneut für eine um etwa drei Zehntel höhere Inflation als im Euroraum sorgen“, erwartet Bruck bauer. Trotz des 2020 schwächeren Wirtschaftswachstums sollte sich die Teuerung auf 1,9 Prozent erhöhen, da nachfrageseitig von et - was Druck nach oben auszugehen ist. n https://www.bankaustria.at WIFO: Robuste Binnenwirtschaft stützt die Konjunktur in Österreich Nach einer Verlangsamung der Dynamik der Weltwirtschaft im Laufe des Vorjahres expandierte diese im I. Quartal 2019 mäßig. Im Einklang damit schwächte sich das Wachstum der heimischen Exporte leicht ab. Die Binnenwirtschaft stützt die österreichische Konjunktur. Das BIP stieg in Österreich im I. Quartal 2019 gegenüber dem Vorquartal um 0,4 %. Im I. Quartal 2019 dürfte die Weltwirtschaft nur mäßig expandiert haben, wobei die Entwicklung regional sehr unterschiedlich verlief. Im Euro-Raum und in den USA wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt, in ei - nigen Schwellenländern hingegen schwächte sich die Konjunktur weiter ab. Das Wachs - tum der heimischen Exporte war zuletzt leicht gedämpft. Im Gegensatz dazu erwies sich die Binnennachfrage im I. Quartal er - neut als stabile Wachstumsstütze der österreichischen Wirtschaft. Das Wachstum der Konsumausgaben der privaten Haushalte ver stärkte sich weiter, und auch die hohe Dy namik der Bauinvestitionen hielt an. Die Vorlaufindikatoren zeichnen für Ös - terreich ein gemischtes Bild. Laut dem Konjunkturtest des Ös terreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung WIFO vom Mai sind die Unternehmen trotz Eintrübung seit dem Konjunkturhöhepunkt Ende 2017 und An - fang 2018 nach wie vor zuversichtlich. Im Konsumentenvertrauen halten einander die positiven und pessimistischen Einschätzungen gemäß der jüngsten Befragung die Waa - ge. Einen spürbar pessimistischeren Ausblick geben u. a. der Uni-Credit-Bank-Austria-Einkaufsmanagerindex sowie Unsicherheitsindikatoren wieder. Die Konjunkturabkühlung beginnt sich nun auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar zu machen, wenngleich die Situation immer noch günstig ist. Die Zahl der unselbständig aktiv Beschäftigten erhöhte sich nach vorläufigen Schätzungen im Mai mit 74.000 im Vorjahresvergleich weiter. Im Bereich der Ar beitslosigkeit zeichnet sich hingegen ein Ende der Erholung ab, die Arbeitslosenquote gemäß nationaler Definition stagnierte saisonbereinigt. Die Inflationsrate entsprach im April 2019 mit 1,7 % (VPI und HVPI) dem Durchschnitt des Euro-Raumes. Der Preisauftrieb ist in Ös - »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at terreich weiterhin mäßig und ließ im April ge - genüber dem Vormonat sogar etwas nach. Als bedeutendster Preistreiber zeigten sich er - neut die Ausgaben für Wohnung, Wasser und Energie sowie für Restaurants und Hotels. Inflation, VPI und HVPI Die Inflationsrate mißt die Veränderung der Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr. Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist ein Maßstab für die nationale Inflation. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) ist die Grundlage für die vergleichbare Messung der Inflation in der EU und für die Bewertung der Preisstabilität innerhalb der Euro- Zone – siehe auch http://www.statistik.at/ WIFO-Investitionstest Der WIFO-Investitionstest ist eine halbjährliche Befragung von Unternehmen zu ihrer Investitionstätigkeit. Die Indikatoren sind Salden zwischen dem Anteil der positiven und jenem der negativen Meldungen an der Gesamtzahl der befragten Unternehmen. n http://www.konjunkturtest.at http://www.wifo.ac.at

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