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Ausgabe 186

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 186 / 01. 07. 2019 Kultur 120 teln gehörte, sondern auch für die Körperpflege nach dem Baden in der Therme, als Grundlage für Salben, als Sonnen- und Kälteschutz sowie vor allem auch als Brennstoff für Öllampen und damit als Beleuchtungsmittel eine enorme Rolle spielte. Seit dem zweiten Jahrhundert n. Chr. wurde das Olivenöl vorwiegend aus der südspanischen Provinz Baetica im heutigen Andalusien nach Pannonien importiert. Als Transportbehälter dienten Amphoren und Fässer. Amphoren sind nicht nur eine wichtige archäologische Quelle für Handelskontakte, sondern geben auch Aufschluss über das Konsumverhalten der Bewohner Carnun - tums. Die Form der Amphoren wie auch am Gefäßkörper angebrachte Pinselaufschriften und Stempel informierten den Käufer über In - halt, Gewicht, Herkunft, Händler und Transporteur der Ware. Gelegentlich sind auch staatliche Kontrollvermerke zu finden, da der Export des Öls vom Staat besteuert wurde. Ein weiteres wichtiges und in speziellen Amphoren transportiertes Fernhandelsprodukt war die Fischsauce, das Würzmittel der Römer schlechthin. Auch bei den Würzsaucen hatten die Produkte aus Südspanien den größten Marktanteil. Dem universalen Ge - brauch als Gewürz entsprechend gab es sie Foto: Römerstadt Carnuntum / RSC Römische Amphoren wurden vorwiegend für Transport und Lagerung von Olivenöl, Wein, Fischsaucen, Früchten oder Getreide verwendet. in vielen Varianten, die sich in Fischart, Verarbeitung und Lagerdauer unterschieden. Durch Großhändler wurde das Öl und die Fischsauce im großen Stil in Südspanien ge - kauft und mit Hilfe von Transportunternehmern an den Bestimmungsort gebracht, wo die Produkte über ein dichtes Vertriebsnetz an den spezialisierten Einzelhändler, wie den Inhaber des neu rekonstruierten Geschäftslokals weiterverkauft wurden. Neue Rekonstruktionen bereichern Vermittlung in Carnuntum Die neuen Präsentationsmaßnahmen tragen nicht nur dazu bei, die Stadtstruktur aus der Zeit um 308 n. Chr. besser sichtbar zu ma - Foto: Römerstadt Carnuntum / RSC Neu zu entdecken sind die Verkaufsräume eines Ölhändlers, ausgestattet mit Amphoren für Olivenöl und verschiedenen Kostgefäßen. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 186 / 01. 07. 2019 Kultur 121 chen und noch verständlicher zu gestalten, sondern beleuchten mit den neuen Themen auch die Rolle Carnuntums als Wirtschaftsstandort und als Absatzmarkt für Fernhandelsprodukte an der Kreuzung zweier wichtiger Handelsrouten, der Donau und der Bernsteinstraße. Damit wird auch für die Ver - mittlung des Alltagslebens der BewohnerInnen Carnuntums, das von geschäftigem Treiben in den Straßen geprägt war, ein weiteres spannendes Kapitel hinzugefügt. Die neuen Rekonstruktionen führen den eingeschlagenen Weg fort, das Leben unserer Vorfahren so detailreich wie möglich darzustellen. In Verbindung mit der Carnuntum-App wird die ehemalige Metropole am Do naulimes nun noch lebendiger und greifbarer. Die Geschichte der Römerstadt Carnuntum Im Jahr 6 n.Chr. errichtete der spätere Kaiser Tiberius im Raum Carnuntum ein befestigtes Winterlager – der Beginn von 400 Jahren römischer Präsenz in Carnuntum. Unter Kaiser Claudius wurde um das Jahr 54 n.Chr. ein Legionslager im Bereich der heutigen Marktgemeinde Bad Deutsch-Altenburg errichtet, das die Keimzelle für die Stadt Carnuntum bildete. Rund um das Le - Foto: Römerstadt Carnuntum / RSC Die neue Rekonstruktion in Carnuntum: das Haus des Ölhändlers gionslager entstand eine zivile Siedlung, die so genannte canabae legionis, die gemeinsam mit dem Legionslager die Militärstadt umfaßte. Gegen Ende des 1. Jhs n.Chr. entstand im Bereich des heutigen Petronell-Carnuntum eine zivile Siedlung, die spätere Zi - vilstadt von Carnuntum. Diese unterstand nicht dem Militärkommando, sondern hatte eine eigene zivile Stadtverwaltung. Unter Kaiser Hadrian erhielt Carnuntum um das Jahr 124 n.Chr. das Stadtrecht und wurde zum Municipium Aelium Karnuntum. In diese Zeit fällt auch die Teilung der Provinz Pannonien in Oberpannonien (pannonia superior) und Unterpannonien (pannonia inferior) und Carnuntum wurde zur Hauptstadt der Provinz Oberpannonien mit Sitz des Statthalters. In den Jahren 171-173 n.Chr. Foto: http://www.oesterreichfotos.at / Michael Mössmer Im Jahr 6 n.Chr. errichtete der spätere Kaiser Tiberius im Raum Carnuntum ein befestigtes Winterlager – das war der Beginn von 400 Jahren römischer Präsenz in Carnuntum. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

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