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Ausgabe 185

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 185 / 05. 06. 2019 Österreich, Europa und die Welt 16 Der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich Willi Mernyi ge Monate später nach Auschwitz-Birkenau, wo beide Eltern ermordet wurden. Er überlebte schreckliche Todesmärsche bei frostigen Temperaturen und kehrte im Februar 1945 als Häftling nach Österreich zurück, wo er 1945 aus dem für ihn schlimmsten La - ger Gunskirchen befreit wurde. Er hält seine Gespräche als Zeitzeuge für seine Lebensmission und spricht immer wieder an Schulen. Während seinen jüngsten Be - suchen in Nazi-Konzentrationslagern in Eu - ropa sprach Shaul Spielmann als Überlebender und Zeitzeuge mit jungen Menschen und teilte mit ihnen manche seiner Erlebnisse während des Nazi-Terrors. Er glaubt fest dar - an, daß man Glaube und Hoffnung an andere übermitteln kann – jenseits von jeglichem Leiden. „Wir wollen keinen erneuten Holocaust. Ich wünsche mir, daß die ganze Welt ,Shalom‘, das heißt Friede, zwischen allen Nationen sagt. Es wurde in der Geschichte der Menschheit bereits mehr als genug Blut vergossen. ,Nie wieder!‘“, so Shaul Spielmann. Fotos: MKÖ / Sebastian Philipp Bundespräsident Alexander Van der Bellen bei seiner Rede am Heldenplatz Shaul Spielmann: „Wir wollen keinen erneuten Holocaust…“ Breites musikalisches Programm mit Wiener Symphonikern und Conchita Das Gratiskonzert der Wiener Symphoniker spannte anläßlich des Schwerpunktthemas „Europa und Menschenrechte“ einen breiten musikalischen Bogen von den Wirren der Vorkriegszeit über die Gräuel des Krieges bis hin zur Beschwörung der Ideale von Frieden und Toleranz. Das kostenlose Open-Air-Konzert fand mit der finnischen Dirigentin Eva Ollikainen erstmals unter weiblicher Leitung statt. Eröffnet wurde das Konzert mit dem Stück „Fanfare aus dem 4. Satz der Symphonie Nr. 3“ von Aaron Copland, weiters standen auf dem Musikprogramm Maurice Ravels „La Valse“ die „Symphonie Nr. 10 e-moll op. 93, 2. Satz“ von Dmitri Schostakowitsch und Gustav Mahlers „Symphonie Nr. 5 cis-moll, 5. Satz“. Der finnische Stargeiger Pekka Kuusisto interpretierte als Solist gemeinsam mit dem Ensemble Arvo Pärts „Fratres“ und ein Stück aus der Oper „Die tote Stadt“ von Erich Wolfgang Korngold. Wie in den letzten Jahren schloß auch das diesjährige Fest der Freude mit Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ aus der 9. Symphonie. Als Zeichen für ein friedliches, geeintes und tolerantes Europa sang Conchita mit musikalischer Begleitung des Longfield Gospel Choirs mit Chorleiter Georg Weilguny und gemeinsam mit den tausenden BesucherInnen am Heldenplatz die „Europahymne“. Longfield Gospel ist mit 480 Sän- »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 185 / 05. 06. 2019 Österreich, Europa und die Welt 17 gerInnen die größte Gospel-Musik-Plattform in Österreich. Der Mauthausen-Schwur wur - de während des Fests der Freude auf das Bun - deskanzleramt projiziert. Bundespräsident Alexander Van der Bellen „Das Fest der Freude erinnert an die Be - freiung von der Terrorherrschaft des Nationalsozialismus vor 74 Jahren. Für die meisten von uns ist das friedliche Zusammenleben in einem geeinten Europa der Menschenrechte eine Selbstverständlichkeit, ein Glück und eine Freude. Auch heute gibt es wieder Versuche, einen Keil in unsere Ge - sellschaften zu treiben, Menschen auszugrenzen. Daher ist es unser aller Auftrag, uns für Menschenrechte, Frieden und Toleranz einzusetzen. Die tausenden Menschen am Wiener Heldenplatz setzen ein eindrucksvolles Zeichen für Menschenwürde, Frieden und ein geeintes Europa der Menschenrechte“, sagte Bundespräsident Alexander Van der Bellen Die Wiener Symphoniker standen unter der Leitung der finnischen Dirigentin Eva Ollikainen Conchita „Die Welt konnte aufatmen, als am 8. Mai 1945 das Ende des Zweiten Weltkrieges besiegelt wurde. Auch heute – 74 Jahre da - nach – dürfen wir nicht vergessen, uns die Werte der Demokratie besonders vor Augen zu halten und alles dafür zu tun, sie zu erhalten, damit die Schrecken eines solchen Krieges niemals wieder geschehen.“ Dirigent und Chorleiter Georg Weilguny „Longfield Gospel ist mit 480 Sängerinnen und Sängern die größte Gospel-Musik- Der finnische Stargeiger Pekka Kuusisto Fotos: MKÖ / Sebastian Philipp Ein Blick auf einige der 10.000 BesucherInnen des Fests der Freude am Wiener Heldenplatz Plattform in Österreich. In den Chören vereinen sich Menschen unterschiedlichster Herkunft, um gemeinsam mit Freude zu singen. Ohne kulturelle Akzeptanz würde es Gospel- Musik gar nicht geben, ist sie doch in den USA aus sozialer Not und der Hoffnung auf ein besseres Leben entstanden. Wir haben aber das Privileg, in einer freien demokratischen Gesellschaft gemeinsam zu singen, unabhängig von Staatsangehörigkeit oder po litischer Gesinnung. Das Fest der Freude soll uns daran erinnern und wir freuen uns, dabei zu sein. Longfield Gospel steht für Weltoffenheit und gelebte Gemeinschaft und unterstützt mit Freude das Fest der Freude. Ein Chor (und sein Repertoire) ‚lebt‘ von kultureller Vielfalt und Akzeptanz, mehr noch: Sie bereichern ihn.“ n http://www.festderfreude.at/ »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

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