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Ausgabe_184

Das "Österreich Journal" zum Durchblättern - die gewohnten vier verschiedenen pdf-Varianten zum Download finden Sie hier: http://www.oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 184 / 06. 05. 2019 Religion und Kirche 98 Foto: epd / M. Uschmann Hatten sich um das höchste Amt der Evangelischen Kirche beworben (v.l): der Geschäftsführer der Diakonie Bildung Michael Chalupka, der Kärntner Superintendent Manfred Sauer und der oberösterreichische Pfarrer und Senior Andreas Hochmeir politischen und organisatorischen Herausforderungen“ der Zukunft bewältigen zu kön - nen, brauche es „gemeinsam gestaltete Prozesse, in denen alle zu Wort kommen und zu erzielten Ergebnissen stehen können“, so Chalupka. In der Gesellschaft herrschten zunehmend Angst und Einsamkeit sowie die Propagierung eines „Wir-Gefühls“ vor, das an - dere ausschließe. Das Evangelium nehme hingegen die Angst und „steht für eine Ge - meinschaft, die niemandem ausgrenzt.“ In einer Gesellschaft, „wo wir immer mehr auf das Ich zurückgeworfen werden“ gelte es zu verstehen, „das Leben, die Schöpfung, wir selbst – wir kommen nicht aus uns. Es gibt einen, der uns geschaffen hat.“ Als Bischof versteht sich Chalupka als „Ermöglicher“, die öffentliche Rolle des Bischofs enthalte auch ein geistliches Element: „Wenn der Bi - schof öffentlich spricht ist es immer ein Akt der Verkündigung.“ Was Kirche ausstrahlt, wird gesamtgesellschaftlich gebraucht „Meine dringlichste Aufgabe als Bischof wird sein, möglichst viel zuzuhören und zu sehen von der Vielfalt, die diese Kirche ausmacht.“ Das sagte der neugewählte Bischof in einem ersten Gespräch mit Medienvertretern. „Ein Bischof muß zuhören, bevor er selbst spricht.“ Besonders betont der designierte Bischof die Aufgabe der Kirche in der Bewahrung der Schöpfung: „Es genügt nicht, als evangelische Kirche daran zu erinnern und zu mahnen, sondern es braucht entscheidende Schritte in der Führung der Pfarrgemeinden. Wir haben diese Welt von unseren Kindern und Enkelkindern nur ge - borgt.“ In der Debatte um den Karfreitag sei Foto: epd / M. Uschmann Bischof Michael Bünker gratuliert seinem designierten Nachfolger Michael Chalupka viel Porzellan zerschlagen worden. Hier will Chalupka der Bundesregierung das Ge spräch anbieten, erwartet aber Schritte und Zeichen von deren Seite. Die Evangelische Kirche solle von der Politik wieder als „wichtiger Teil der Gesellschaft“ wahrgenommen werden. Mit seiner Wahl habe die Synode gezeigt, „was unsere Kirche ausmacht, daß sie demokratisch verfaßt ist und eine Vielfalt anbietet.“ Das, was die Kirche ausstrahle, werde auch gesamtgesellschaftlich gebraucht. „Das Leben in den Gemeinden bringt Menschen zusammen, die sich sonst nie begegnen würden. Diese Orte fehlen in unserer Gesellschaft.“ Ein großes soziales Thema seien die Furcht vor Veränderung und die Einsamkeit der Menschen. Da habe die Kirche ein Angebot für alle, „denn das Evangelium nimmt die Furcht“. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Der amtierende Bischof Michael Bünker – er scheidet Ende August aus dem Amt – sprach von einem „großen Schritt“. Die Zweidrittelmehrheit, mit der Chalupka gewählt wurde, „verbürgt, daß derjenige, der gewählt wird, sagen kann: Die Verantwortlichen in der Kirche stehen hinter mir.“ Die Herausforderungen an die Kirche seien groß, bei Michael Chalupka wisse er sie aber in gu - ten Händen: „Die Kirche wird mit Michael Chalupka einen guten Weg in die Zukunft gehen.“ Auch Synodenpräsident Peter Krömer betonte in dem Gespräch vor Medienvertretern: „Wichtige Wahlen und Entscheidungen müssen mit einer großen Bandbreite gefällt werden.“ Er freue sich schon auf die Zu - sammenarbeit mit Chalupka. n http://www.evang.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 184 / 06. 05. 2019 Religion und Kirche Arbeitsgespräch von Thomas Stelzer und Charlotte Herman Zu einem Arbeitsgespräch zwischen Landeshauptmann hat Thomas Stelzer Anfang April die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde in Linz, Charlotte Herman, im Linzer Landhaus getroffen. Zen - trales Thema war der Extremismus in all seinen Formen, der die Sicherheitsbehörden und politischen Verantwortungsträger be - kanntlich nicht nur Oberösterreich, sondern in sehr vielen Regionen Europas beschäftigt. Beide kündigten an, jegliche Form von Ex - tremismus bekämpfen zu wollen. Der Landeshauptmann betonte, daß die oberösterreichische Landesregierung beschlossen hatte, jegliche Form von Extremismus abzulehnen und sich entschieden da gegenzustellen. Da - zu gehören eine aktive Aufklärungs- und Präventionsarbeit, sowie eine Verweigerung jeglicher Unterstützung von extremistischen Bewegungen. Darunter falle beispielsweise auch die zur Verfügung Stellung von Räumlichkeiten, die sich im Landeseigentum befinden. Grundlage dafür ist eine Einschätzung des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Weiters werde auch das vom Landessicherheitsrat erarbeitete Handlungskonzept gegen Extremismus Foto: Land OÖ / Denise Stinglmayr Landeshauptmann Thomas Stelzer im Gespräch mit IKG-Präsidentin Charlotte Herman Spannende Funde in den Tiefen des Grazer Doms Am 23. April – kurz nach Beginn der Innenrenovierungsarbeiten – wurden im bereits geschlossenen Grazer Dom zwei Gruften in Seitenkapellen geöffnet. Ziel war es vor allem auch, den baulichen Zustand der Räume zu begutachten. Unter Anwesenheit des Dompfarrers Bi - schofsvikar Heinrich Schnuderl, der An thro - pologin Silvia Renhart vom Archäologiemuseum des Joanneums, Christian Brugger vom Bundesdenkmalamt, Bauleiter Peter Grabner von der Diözese Graz-Seckau und dem Pfarr - gemeinderatsvorsitzenden Christian Brunnthaler wurden in den beiden Gruften unter der Franz-Xaver-Kapelle und der Rochus- Kapelle rund 20 Gräber aus dem 17. und 18. Jahrhundert entdeckt. Nachdem es bisher nur vage Aufzeichnungen über die Belegung der Gruften gab, war man äußerst gespannt auf die tatsächlichen Ergebnisse. Und die sind durchaus se - henswert: Gefunden wurden zahlreiche In - schriften, Särge, eine Urne, sterbliche Überreste sowie Teile von Kleidungsstücken. In der jüngeren Gruft unter der Franz-Xaver- Kapelle fanden adelige Altarstifter aus den Häusern Herberstein und Eggenberg und Foto: Diözese Graz-Seckau / Christian Brunnthaler »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at 99 zurzeit evaluiert und im Anschluß gegebenenfalls aktualisiert. „Im Kampf gegen Extremismus gibt es nicht die eine richtige Maßnahme. Wir müssen ständig wachsam sein. Daher freue ich mich über den Austausch mit Verantwortungsträgern aus der Israelitischen Kultusgemeinde, denn sie wissen genau, wo die Probleme und Herausforderungen des Alltags liegen. Persönlich und als Landeshauptmann von Oberösterreich tue ich alles Mögliche, um Extremismus zu bekämpfen und unseren jüdischen Freundinnen und Freunden eine sichere und weltoffene Heimat zu bieten“, betonte Stelzer. n https://www.ikg-linz.at/ Inschriften in der Gruft unter der Rochus-Kapelle unter dem Grazer Dom deren Verwandte ihre letzte Ruhestätte. Die ältere Gruft unter der Rochus-Kapelle wurde primär für verstorbene Mitglieder der Ge - sellschaft Jesu, die am Grazer Jesuitenkollege und der von den Jesuiten geleiteten Universität tätig waren, verwendet. Anthropologin Renhart konnte feststellen, daß ältere Knochen zugunsten späterer Bestattungen in eine Nische umgelagert wurden. n https://www.katholische-kirche-steiermark.at/

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