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Ausgabe_184

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 184 / 06. 05. 2019 Wirtschaft Daten zum Finanzverhalten der privaten Haushalte 2018 Schwache Börsen dämpften Anstieg des Finanzvermögens der privaten Haushalte Das Finanzvermögen der privaten Haushalte stieg 2018 um 1 % auf 661 Mrd. Bei Investmentzertifikaten zeigte sich ein 7,1 Mrd. Euro im Jahr 2018, womit rund die 22,4 Mrd. Euro im Jahr 2018 verringerte. gegenüber standen Kursverluste in Höhe von Euro. Der trotz Neuinvestitionen in Finanzprodukte in Höhe von 13 Mrd. Euro verhältnismäßig geringe Anstieg war auf Kursrück - gänge an den Wertpapier-Börsen im vierten Quartal 2018 zurückzuführen. Täglich fällige Einlagen waren trotz des Niedrigzinsumfelds weiterhin die gefragteste Anlageform. Vor allem einkommensbedingt wiesen Ös terreichs Haushalte im Jahr 2018 eine et - was höhere Sparquote von 7,4 % (laut Be - rechnung von Statistik Austria) auf und konn - ten damit das letztjährige Tief von 6,8 % überwinden. Das gesamte Finanzvermögen der privaten Haushalte lag Ende 2018 bei 661,2 Mrd. ähnliches Bild – es kam kursbedingt zu Einbußen von 7,2 %, das ist doppelt so hoch wie das neu veranlagte Volumen. Dementsprechend wirkte sich diese Entwicklung auf den Bestand aus, der sich von 59,5 Mrd. Euro (2017) auf 57,3 Mrd. Euro im Jahr 2018 reduzierte. Dadurch verringerte sich in der Jahresbetrachtung der Aktienanteil am ge - samten Finanzvermögen auf nur 3,4 %, jener der Investmentzertifikate lag bei 8,7 %. Zwischen 2012 und 2017 hatten private Haushalte kumuliert rund 15 Mrd. Euro an Kurgewinnen aus Aktien und Investmentfondsveranlagungen verbuchen können. Dem Hälfte der aufgebauten Marktwertsteigerungen verloren ging. Im Jahr 2018 verschuldeten sich Österreichs Haushalte per saldo um 5,4 Mrd. Euro und damit etwas mehr als im Jahr zuvor. Rund 60 % (3,3, Mrd. Euro) entfielen auf Wohnbaukredite, womit das anhaltende In - teresse an Immobilien widergespiegelt wird. Das Volumen der Verpflichtungen lag bei 191,7 Mrd. Euro (einschließlich sonstiger Verbindlichkeiten) zum Jahresultimo, wobei Wohnbaukredite mit 72,5 % weiterhin die wichtigste Kategorie der Verbindlichkeiten darstellen. Euro. Damit stieg es gegenüber 2017 nur um Finanzvermögen und Verbindlichkeiten der Haushalte 6,7 Mrd. Euro bzw. 1 % (nominell) an. Die finanziellen Veranlagungen betrugen 13 Mrd. Euro. Gebremst wurde der Vermögensaufbau allerdings durch buchwertmäßige Preisverluste des Wertpapierportfolios sowie aus Lebensversicherungen und Pensionskassenansprüchen im Gesamtausmaß von 8,9 Mrd. Euro 1) . Haushalte legten 2018 18,3 Mrd. Euro in Form von täglich fälligen Einlagen an, zo - gen aber gleichzeitig gebundene Einlagen in Höhe von 6,2 Mrd. Euro ab. Damit stieg das Volumen an täglich fälligen Einlagen zum Ultimo 2018 auf 153,6 Mrd. Euro und diese erwiesen sich mit 23% des gesamten Finanzvermögens weiterhin als beliebtestes Anlageinstrument der österreichischen Haushalte. Der Bestand an verzinslichen Wertpapieren wurde 2018 von privaten Haushalten wei terhin abgebaut (–6 %, das sind 1,7 Mrd. Euro) und lag per Ultimo 2018 bei 29,2 Mrd. Euro. Damit wurde der Trend der letzten Jahre fortgesetzt, wobei negative Kurseffekte mit 0,5 Mrd. Euro ebenfalls zur Reduktion OeNB senkt Inflationsprognose für 2019 auf 1,8 % beitrugen. Im Jahr 2018 erlitten private Anlegerinnen und Anleger bei börsennotierten Aktien Kursverluste von 11 %, womit sich der Be - stand von 25,2 Mrd. Euro im Vorjahr auf 1) Anpassungen im Jahr 2018, die auf Umstellungen in den Erhebungen und auf adaptierte Hochrechnungen zurückzuführen sind, machten insgesamt rund 2,6 Mrd. Euro aus. Laut aktueller Prognose der OeNB wird die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflationsrate im Jahr 2019 1,8 % betragen und in der Folge mit 1,9 % (2020) sowie 1,8 % (2021) weitgehend stabil bleiben. Gegenüber der letzten Prognose vom Dezember 2018 wurde die Vorausschau für 2019 um 0,3 Prozentpunkte nach unten revidiert. Dafür sind vor allem »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at 84 die Rohölpreise ausschlaggebend, die seit Herbst 2018 deutlich gesunken sind und ge - mäß den Markterwartungen im gesamten Pro - gnosehorizont niedrig bleiben werden. Aus einer aktuellen OeNB-Analyse zur Flexibilität der Konsumentenpreise geht hervor, daß die Preissetzung in Österreich in den letzten 20 Jahre deutlich flexibler geworden ist. n https://www.oenb.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 184 / 06. 05. 2019 Wirtschaft Keine Rezession in Österreich IV-GS Neumayer: Konjunkturelle Ernüchterung ist auch Handlungsauftrag für Reformen – IV-Chefökonom Helmenstein: Rückkehr zur konjunkturellen Normalität Während die Ausgangslage vor Jahresfrist wirtschaftlich kaum besser sein konnte, kehrt nun etwas konjunkturelle Ernüchterung ein“, so Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) am 18. April in einem gemeinsamen Pressegespräch mit IV-Chefökonom Christian Helmenstein bei der Vorstellung der Er - gebnisse des aktuellen IV-Konjunkturbarometers aus dem 1. Quartal 2019. Die Kardinalfrage zu den aktuellen Konjunkturaussichten laute nun „Abschwung oder Rezession?“. Wesentliche globale Rahmenbedingungen seien unverändert. Die US-Administration verfolge weiterhin eine unkonventionelle bis eigenwillige Wirtschaftspolitik. Die Modalitäten des Brexit blieben ungeklärt, geopolitische Konfliktherde bestünden weiter. Und doch unterscheide sich das heurige Jahr fundamental von 2018. „Sowohl die supranationalen als auch die nationalen Prognostiker korrigieren ihren Konjunkturausblick laufend nach unten. Die nächste Rezession ist aber keineswegs vorgezeichnet“, stellte Neumayer klar. „Sofern nicht das Szenario einer kumulativen Verschärfung der zahlreichen geopolitischen Einzelrisiken eintritt, ist für die Eu - rozone wie auch für Österreich eine Rück - kehr auf den Potentialwachstumspfad zu er - warten“, betonte auch Christian Helmenstein. Genau dieses Szenario einer markanten Ab - schwächung der Konjunkturdynamik habe die Industriellenvereinigung bereits vor einem Jahr angekündigt. „Dies bedingt ein zum Vorjahr vergleichsweise niedriges Wachstum in der Größenordnung von 1,5 bis 1,75 Prozent für Österreich im Jahr 2019. Umso wichtiger ist es, daß sich Österreich standortpolitisch bestmöglich positioniert. Neben der Bekämpfung des Fachkräftemangels, kann eine kluge, ausgewogene Steuerreform hier ein optimaler Hebel sein.“ Die Ergebnisse im Detail Das IV-Konjunkturbarometer, welches als Mittelwert aus den Beurteilungen der ge - genwärtigen Geschäftslage und der Geschäfts - lage in sechs Monaten bestimmt wird, bildet sich abermals von dem bereits reduzierten Niveau der beiden Vortermine von 29,7 Punkten auf nunmehr 24,9 Punkte zurück. Foto: Industriellenvereinigung Bei der Präsentation des aktuellen Konjunkturbarometers der Industriellenvereinigung (v.l.): Generalsekretär Christoph Neumayer und Chefökonom Christian Helmenstein Dabei ist dieser Rückgang ausschließlich auf die neuerliche Eintrübung der aktuellen Ge - schäftslage von +60 Punkten auf +49 Punkte zurückzuführen. Diese Entwicklung geht mit der vor einem halben Jahr für den aktuellen Zeitraum avisierten Dynamik konform. Bei der Einschätzung der Geschäftserwartungen der Unternehmen auf Sicht der nächsten sechs Monate ist hingegen eine minimale Verbesserung von -1 Punkt auf +1 Punkt und somit bereits zum zweiten Mal eine Stabilisierung des Ausblickes zu verzeichnen. Kein Ab gleiten in die Rezession „Einerseits zeichnet sich damit kein Ab - gleiten in die Rezession ab, andererseits wäre es verfrüht, schon die Wende zum Besseren auszurufen. Auf Sicht des nächsten Halbjahres verharrt die industrielle Produktion am Rande der Stagnation, derzeit noch ohne Anzeichen einer erneuten Beschleunigung“, führte Helmenstein aus. „Würden also die aktuellen geopolitischen Risiken eine positive Wendung erfahren – etwa durch den Abschluß von Freihandelsabkommen zwischen den USA einerseits und China sowie der Europäischen Union andererseits oder auch einen Exit vom Brexit –, hellten sich die konjunkturellen Aussichten deutlich auf und die Risikoprämien auf den Aktienmärkten würden verbunden mit steigenden »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Kursen ausgepreist. Insbesondere die Investitionstätigkeit würde davon beflügelt, zu - mal das Zinsumfeld nach wie vor expansiv wirkt.“ Starke Verankerung in Zentral- und Osteuropa 85 Der Rückgang der Gesamtauftragsbestände, die von +58 Punkten auf +53 Punkte sinken, spiegelt die Abschwächung der konjunkturellen Dynamik wider. Dabei ist kein Unterschied mehr zwischen der Dynamik bei den inländischen Aufträgen und jener der Auslandsaufträge auszumachen, deren Saldo auf +48 Punkte nach zuvor +53 Punkten zurückgeht, obwohl die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar gegenüber demselben Zeitpunkt des Vorjahres inzwischen rund 8,5 Prozent ausmacht, was die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Ex - porte auf dem Weltmarkt stützen sollte. Zu - dem profitiert die österreichische Wirtschaft aufgrund ihrer starken Verankerung in Zentral- und Osteuropa von der anhaltenden Ein - kommenskonvergenz gegenüber Westeuropa, sodaß der verhaltene Verlauf der Auftrags - eingänge aus dem Ausland vor allem den un - sicherheitsbedingten globalen Nachfrageattentismus unterstreicht. Dementsprechend fahren die Unternehmen die geplante Ausweitung ihrer Produk-

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