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Ausgabe_184

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ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 184 / 06. 05. 2019 Österreich, Europa und die Welt Ein Zuhause für Israel-Pilger Wiener Erzbischof segnet Zubau zum Österreichischen Hospiz in Jerusalem – In heiliger Stadt dreier Religionen »Alltag im Sinne eines Miteinanders leben« Die „Casa Austria“, der neue Zubau zum „Österreichischen Pilger-Hospiz zur Hei ligen Familie“ an der Via Dolorosa in der Jerusalemer Altstadt, steht laut Kardinal Christoph Schönborn in Kontinuität zu dem, was seit mehr als 150 Jahren im Hospiz ge - schieht – nämlich, daß PilgerInnen im Heiligen Land dort eine Anlaufstelle, ja ein „Zu- hause“ haben. Das sei das Anliegen Kaiser Franz Josephs I. bei der Gründung gewesen und bis heute Auftrag, sagte der Wiener Erzbischof in seiner Funktion als Protektor des Hospizes am 25. April in Jerusalem, wo er die „Casa Austria“ segnete. Der Kardinal hob im Interview mit der katholischen Presseagentur „Kathpress“ die Bedeutung des Hospizes als Integrationsstätte an der Schnittstelle dreier Religionen im Hei ligen Land hervor. Diese geschehe schon allein durch Arbeitsplätze im Haus, die ebenso Muslime aus der Altstadt wie auch christliche Palästinenser einnähmen. Die Rektoren des Hospizes, bis hin zum heutigen Leiter Mar kus Bugnyar, hätten sich zugleich immer bemüht, ein offenes Haus nicht nur für PilgerInnen, sondern auch eine Begegnungsstätte zwischen den Religionen zu sein. Als „Highlight“ und Anziehungspunkt gerade für Is - raelis mit Bezug zu Österreich bezeichnete Schönborn das im Hospiz geführte Wiener Kaffeehaus. Foto: Kathpress/ Georg Pulling Zum seit Jahrzehnten schwelenden und immer wieder neu aufflammenden Nahost- Konflikt meinte der Kardinal, er wisse dafür keine Lösung, „niemand hat eine Lösung“. Jerusalem nachhaltig zu befrieden und zum Ort von Begegnung und Miteinanders zu ma - chen, gelinge in vieler Hinsicht nicht, bedauerte der Erzbischof. Aber es gelte auch positive Schritte in diese Richtung nicht zu übersehen. Das Hospiz sei einer der Schauplätze dafür, „und darum dürfen wir ihm viel Segen und viele gute Jahre wünschen“, so Schönborn. 44 Mit dem Ausbau für knapp 3,5 Mio. Euro wurden 12 neue Gästezimmer und einige wei - tere Räumlichkeiten geschaffen. Das Hospiz hat 800.000 Euro aufgebracht; 1,35 Mio. Euro steuern die Diözesen der katholischen Kirche in Österreich bei; von den Bundeslän - dern kamen Förderungen von insgesamt 675.000 Euro, dieselbe Summe schoß der Bund zu. Der Kardinal dankte für die Unterstützung und bat um weitere Hilfe: Mit der notwendigen Generalsanierung des Altbaus stehe ein weiterer „großer Brocken“ bevor. n https://www.austrianhospice.com/ Kardinal Schönborn bei der Segnung des Zubaus des Österreichischen Pilgerhospizes in Jerusalem, in dem 12 neue Gästezimmer und weitere Räumlichkeiten zu Verfügung stehen. Foto: Kathpress/ Georg Pulling »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 184 / 06. 05. 2019 Österreich, Europa und die Welt Initiative für Biolandwirtschaft in Armenien 45 Anzahl der Bioproduzenten verdoppelt: EU und ADA schließen Initiative ab Ökologische Landwirtschaft und neue Ab - satzmärkte für armenische Bioprodukte: Die Austrian Development Agency zieht er - folgreich Bilanz über ihr bisher größtes für die EU umgesetztes Projekt in Armenien. Hö - here Wertschöpfung in der armenischen Biolandwirtschaft und effizientere öffentliche und private Institutionen in Armenien – das waren die Hauptziele der Organic Agriculture Support Initiative (OASI). Ihr Startschuß fiel im September 2015. Im Auftrag der Eu - ropäischen Union setzte die Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Ös - terreichischen Entwicklungszusammenarbeit, das großangelegte Vorhaben in der kleinen Republik am Südkaukasus um. Dreieinhalb Jahre später feiern die EU, Armenien und die ADA den Abschluß der Initiative mit Resultaten, die für sich sprechen. „Wir haben uns 2015 auf den Weg ge - macht, um den Biosektor in Armenien zu ver - einigen, zu stärken und auszubauen. Es freut uns besonders, daß sich die Anzahl der Bioproduzentinnen und -produzenten seitdem ver doppelt hat. Armenische Bioprodukte stos - sen auch auf internationales Interesse – unter anderem auf Messen in Dubai, Deutschland und Großbritannien. Das Ergebnis sind Aufträge im Wert von über einer halben Million Euro“, freuen sich OASI-Projektleiter David Muckenhuber und ADA-Auslandsbüroleiter in Jerewan Gerhard Schaumberger über den erfolgreichen Abschluss des Projekts. Foto: Austrian Development Agency Der gelernte Pharmazeut Areg Galstyan Biolandwirtschaft für bessere Lebensbedingungen Armenien ist seit 2011 ein Schwerpunktland der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Rund die Hälfte der armenischen Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig, und das meist im kleinbäuerlichen Be - reich mit wenig Know-how und ohne die er - forderlichen Maschinen. KleinbäuerInnen waren es, die mit dem EU-Projekt Unterstützung in Form von dringend benötigtem Zu - behör und finanziellen Starthilfen erhielten – und zeitgleich ermutigt wurden, ihre Betriebe auf Bioproduktion umzustellen. Die Initiative unterstützte insgesamt 45 BäuerInnen sowie weiterverarbeitende ProduzentInnen dabei, auf Biolandwirtschaft um zusteigen. Auch bei der Vermarktung und dem Vertrieb ihrer Produkte auf lokalen und internationalen Märkten war OASI hilfreiche Anlaufstelle. In enger Zusammenarbeit mit dem armenischen Landwirtschaftsministerium verbesserte OASI zudem die rechtli chen Rahmenbedingungen für biologische Landwirtschaft in Armenien und half bei der An - passung nationaler Standards an internationale Biomaßstäbe. So wurden im Laufe der vergangenen dreieinhalb Jahre nicht nur 680 Arbeitsplätze geschaffen – auch der Umsatz der Beteiligten ist deutlich gestiegen. Areg Galstyan ist einer von ihnen. Mit seinen 25 Jahren ist er in der armenischen Provinz Gegharkunik bereits Pionier auf seinem Gebiet. Der gelernte Pharmazeut produziert Kräuter und Tees, die in der Medizin zum Einsatz kommen und komplett biologisch hergestellt werden. Mit einer Förderung durch OASI konnte er die dafür notwendigen Maschinen finanzieren. Sie halfen Galstyan, seine Produkte nach EU-Standards zu verarbeiten und exportfähig zu machen. „Das kurbelte meine Bioproduktion so richtig an. Mittlerweile haben wir vier Ge - schäftspartner in Deutschland“, freut sich der Kräuterbauer, der mittlerweile Vorstandsmitglied und Koordinator für die Gruppe „Biokräuter“ im neu gegründeten ar - menischen Landwirtschaftsverband „Organic Armenia“ ist. Sein Ziel: Zertifizierten »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at Land wirtinnen und Landwirten eine starke und einheitliche nationale Stimme bieten. Bewußtsein für die Vorteile von Biolebensmitteln um 40 Prozent gestiegen Beeren, Honig, getrocknete Früchte, Kräutertees und Biodünger – die Palette an Produkten, die OASI unter ihrem Dach vereinte, ist breit. Sie erhielten ein neues Branding und neue Verpackungen. Marketingkam - pagnen steigerten das Bewußtsein für die Vorteile von Biolebensmitteln in Armenien um 40 Prozent, und armenische Landwirtschaftsschulen integrierten einen neuen Lehrplan für ökologische Landwirtschaft. Da durch, und mithilfe eigens entwickelter Schulbücher und Trainingsunterlagen, bildet Armenien nun seine zukünftigen Agrarexpertinnen und Agrarexperten aus. Gemeinsam ans Ziel Die „Organic Agriculture Support Initiative“ erstreckte sich über den Zeitraum September 2015 bis Ende März 2019. Insgesamt 3,3 Millionen Euro standen für die Förderung der ökologischen Landwirtschaft Ar - meniens zur Verfügung. Davon stammt der Großteil – 2,8 Millionen Euro – aus EU-Geldern. 500.000 Euro steuerte die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit bei. Das Projekt weist zwei Premieren auf: Bis dato ist OASI die umfangreichste Initiative, die die Austrian Development Agency für die EU in Armenien abgewickelt hat. Und sie ist die erste Kooperation im Land, in der die ADA sowohl Geber- als auch die implementierende Organisation war. „Jedes Ende ist ein Neuanfang – die ADA ist ein verlässlicher Partner der EU im Be - reich der Landwirtschaft. Das haben wir nicht zuletzt mit dem Erfolg von OASI unter Beweis gestellt. Wir werden uns weiterhin für den Ausbau der Biolandwirtschaft in Armenien starkmachen. Aktuell arbeiten wir hier mit der EU bereits an einem weiteren – und noch umfangreicheren – Projekt in diesem Bereich, das in den kommenden Monaten starten soll“, betont ADA-Geschäftsführer Martin Ledolter. n https://www.entwicklung.at/

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