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Ausgabe_184

Das "Österreich Journal" zum Durchblättern - die gewohnten vier verschiedenen pdf-Varianten zum Download finden Sie hier: http://www.oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 184 / 06. 05. 2019 Kultur 116 kehrende Wendung beinhaltete. 1870, im Zu - sammenhang mit der aufkommenden Bergtouristik, bedeutete das Wort „Tour“ auch „alpine Bergbesteigung“. Seinerzeit gab es in alpinen Gebieten keinerlei Infrastruktur und der ÖTK war der erste alpine Verein, der Hütten als Gaststätten und nicht nur als Notunterkünfte oder Selbstversorgerhütten er richtete. 1872 setzte der ÖTK erste Wegmarkierungen im Wienerwald, deren System auch heute noch verwendet wird. Von Wien ausgehend begann die Er - schließung des östlichen Teils der Alpen bis nach Slowenien und hinauf ins Wettersteingebirge im Raum Seefeld. In den Ostalpen ist der ÖTK heute noch mit rund 50 Schutzhütten präsent. Aber auch alle Aussichtswarten im Donautal gründen auf dem ÖTK. Am höchsten Punkt Wiens steht die wohl be - kannteste, einstmals schönste Warte der Mon - archie, die Habsburgwarte, bei deren Eröffnung am 6. Oktober 1889 Carl Ludwig, auch als Vertreter des Hauses Habsburg, an - wesend war. Der ÖTK war vom Böhmerwald bis zum Meer nach Abbazia und von Wien bis nach Tirol vertreten. Alle wichtigen Orte bzw. Regionen der Monarchie hatten Sektionen des ÖTK, deren Mitglieder Schutzhäuser, Wege und Steiganlagen errichteten und Wanderführer herausgaben. Foto: ÖTK Meilensteine des ÖTK 1869 Nach dem Vorbild des 1857 in London gebildeten Alpine Club entstand in Wien eine der ältesten alpinistischen Vereinigungen auf europäischem Festland, der „Oesterreichische Touristen-Club“, welcher von Gu stav Jäger anläßlich einer am 18. Mai 1869 stattgefundenen Sitzung im Gasthaus „Zur Schnecke“ (Wien 1, Petersplatz) gegründet wurde. Am 20. Mai wurden die Statuten von der k. k. Medaille zum 25jährigen Bestehen des ÖTK im Jahre 1894 © Archiv ÖTK Die hohen Protektoren des ÖTK seit 1877: Erzherzog Carl Ludwig (1833-1896, oben links), Erzherzog Otto (1865-1906, oben rechts) und Erzherzog Carl Franz Joseph (1887-1922) Statthalterei genehmigt. Am 2. August er - folgte die erste konstituierende Plenarversammlung in Bischoffs Bierhalle. »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at 1869 Noch im selben Jahr errichtete Gustav Jäger am Stuhleck das erste Schutzhaus aus Stein, das „Touristenhaus am Stuhleck“. 1872 übernahm der ÖTK das von Familie Baumgartner 1851/52 errichtete Wirtshaus am Schneeberg (nahe der heutigen Zahnradbahn-Station Baumgartner). Es wurde ausgebaut und erhielt das erste mit Winterschnee betriebene Kühlhaus. Das älteste Schutzhaus am Schneeberg mußte auf Druck der Ge - meinde Wien (Quellschutz) 1981 abgetragen werden. 1876 Am 10. September 1876 erfolgte die Grundsteinlegung für den Bau des ersten Schutzhauses auf der Rax. Es wurde nach dem Protektor Erzherzog Carl Ludwig Jo - seph Maria von Österreich benan nt, dem zweitjüngeren Bruder von Kaiser Franz Jo - seph I. von Österreich. Das 2011 moderni-

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 184 / 06. 05. 2019 Kultur 117 sierte Haus wird seither als erster Bio-Be - trieb in hochalpiner Lage geführt. 1877 kommt es erstmals zur Gründung von Sektionen des ÖTK. Zahlreiche Alpine Ge - sellschaften, von denen etliche Sektionen des ÖTK wurden, leisteten wertvolle Erschliessungsarbeit durch großen persönlichen Einsatz. D’ Holzknecht, D’Lackenhofer, D’ Waldegger, D’ Kienthaler, D’ Bergwanderer, D’ Reißthaler oder D’ Raxgmoa, um nur ei - nige zu nennen. Sie errichteten kleinere Hütten, die nicht den Komfort der großen Berghäuser boten, aber das Netz von Notunterkünften vervollständigten. 1882 wurde vom ÖTK am Schloßberg oberhalb der Burgruine Dürnstein die erste Aussichtswarte in Holzbauweise errichtet und nach dem Grundeigentümer Fürst Camillo Heinrich von Starhemberg benannt. Diese War te wurde 1895 durch einen Steinbau er - setzt. Auch heute noch genießt man hier eine herrliche Aussicht in die Wachau. 1896 Bei einem Lawinenunglück am Reißtalersteig auf der Rax, im Grenzgebiet zwischen Niederösterreich und der Steiermark, starben am 8. März 1896 drei bekannte Wiener Bergsteiger. Dies führte zur Gründung der ersten Bergrettung der Welt: Am 22. Mai 1896 wurde unter Mitwirkung des ÖTK der „Alpine Rettungsausschuß Wien“ (ARAW) gegründet, die Vorläuferorganisation des heutigen Österreichischen Bergrettungsdienstes und Vorbild für das alpine Rettungswesen in anderen Ländern. 1903 Bis 1903 „firmierte“ der Verein unter Oesterreichischer Touristen-Klub, ab 1904 als Österreichischer Touristen-Klub. Im selben Jahr erlaubt das k. k. Eisenbahnministerium Passagieren der Wiener Stadt- und Verbindungsbahn die Mitnahme von „gereinigten“ Schneeschuhen im letzten Wagon jeden Zuges (III. Classe) gegen Lösung einer Skikarte à 20 Heller. 1904 konstituierte sich in Wien der „Winter- Sport-Club“, der sich zunächst aus Mitgliedern des ÖTK re krutierte, jedoch bald Selbständigkeit erlang te. 1905 wurde der „Österreichische Ski-Verband“ gegründet, der alle österreichischen Ski-Vereine zusammenfassen sollte. 1927 wurde im ÖTK die Bergsteigerschule für die Ausbildung von Mitgliedern zu Bergsteigern in Fels und Eis gegründet. 1931 Am 1. Jänner 1931 schloß sich der ÖTK dem Alpenverein als Teilorganisation an und hieß nunmehr „Sektion Österreichischer Touristenklub im Deutschen und Österreichischen Al penverein“, ab 1938 „Zweig Turistenklub im Deutschen Alpenverein“. © Archiv ÖTK Foto: ÖTK Das Erzherzog Carl-Ludwig-Haus auf der Raxalpe 1877 … … und das Karl-Ludwig-Haus im Jahr 2011 1945 Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Deutsche Alpenverein und seine Zweigvereine aufgelöst wurden hat sich der ÖTK am 16. November 1945 neu konstituiert. 1953 wurde über Initiative des ÖTK die Österreichische Himalaya-Gesellschaft ÖHG gegründet. Erster Vorsitzender war ÖTK- Mitglied Primarius Dr. Rudolf Jonas, Bruder des damaligen Wiener Bürgermeisters Franz Jonas. Im Rahmen der österreichischen Himalaya-Karakorum-Expedition 1956 der ÖHG gelang dem ÖTK-Mitglied Hans Willenpart die Erstersteigung des Gasherbrum II (8035 m). Der ÖTK heute Daß sich der ÖTK im Laufe seiner langjährigen Geschichte zu einem modernen, vielseitigen alpinen Verein entwickelt hat, »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at ohne dabei auf seine reiche Tradition zu vergessen, ist nicht zuletzt auch seinen mehr als 25.000 Mitgliedern zu verdanken. Viele von ihnen üben ehrenamtliche Funktionen aus und tragen mit dazu bei, daß der der ÖTK im Alpinismus stets eine Vorreiterrolle einnimmt. Der ÖTK in Zahlen m Größte Kletterhalle im Zentrum Wiens m Drittgrößter Alpinverein Österreichs m rund 50 Niederlassungen in Österreich und den Nachbarländern m über 60 Schutzhütten und Partnerbetriebe m 18 Aussichtswarten in sechs Bundesländern m 25.000 km Wege, Steige und Kletterrouten m Alpinshop mit fachkundiger Beratung

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