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Ausgabe_184

Das "Österreich Journal" zum Durchblättern - die gewohnten vier verschiedenen pdf-Varianten zum Download finden Sie hier: http://www.oesterreichjournal.at/

ÖSTERREICH JOURNAL NR.

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 184 / 06. 05. 2019 Kultur 110 Oskar Kokoschka, Prometheus Triptychon (Hades und Persephone, Apokalypse, Prometheus), 1950, Öl und Mischtechnik auf Leinwand, 239 × 817 cm, The Courtauld Gallery, London war – und wurde so zum Vorbild für nachfolgende Künstlergenerationen. Die Beschäftigung mit Theater, Oper, Antike und Mythologie, sein durch Humanismus und dem Be - kenntnis zu Europa durchdrungenes Wirken bestimmten die Jahre in der Schweiz, wo Ko - koschka seit 1953 lebte – dem Jahr der Gründung von Kokoschkas Sommerakademie in Salzburg – und im Jahr 1980, im Alter von 93 Jahren die Weltbühne verließ. All diesen Aspekten trägt die große Retrospektive des Leopold Museum Rechnung. Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Kunsthaus Zürich Ergänzend zu sehen ist der Animationsfilm „I’m OK“ der kanadischen Filmemacherin Elizabeth Hobbs. In dem 2018 entstandenen Animationsfilm navigiert Elizabeth Hobbs mit sequentiell aneinandergereihten Zeichnungen durch bestimmte Episoden und Motive aus Kokoschkas Leben. Im Zentrum der Handlung steht die rauschhafte Lie - be zu Alma Mahler, die der mittlerweile in den Krieg gezogene Künstler in halluzinatorischen Rückblenden durchlebt. Diese Er - innerungen vermitteln sich in Gestalt etli - cher Werke, in denen Kokoschka diese Be - ziehung reflektierte. Der Film entstand in Zusammenarbeit mit Animate Projects und dem National Film Board of Canada. Zur Ausstellung ist ein umfassender Ka - talog erschienen – Herausgeber: Zürcher Kunstgesellschaft/Kunsthaus Zürich und Leopold Museum-Privatstiftung, erhältlich im 34,90 € im Leopold Museum Shop. n https://www.leopoldmuseum.org/ Foto: Leopold Museum, Wien / FLisa Rast Foto: The Samuel Courtauld Trust, The Courtauld / Gallery, London, © Fondation Oskar Kokoschka/Bildrecht Wien, 2019 »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at

ÖSTERREICH JOURNAL NR. 184 / 06. 05. 2019 Kultur Der Meister von Heiligenkreuz Ausstellung im Kunsthistorischen Museum bis 23. Juni 2019 Im Jahr 1926 erwarb das Kunsthistorische Museum aus dem im Wienerwald gelegenen Zisterzienserkloster Stift Heiligenkreuz ein Gemäldediptychon, das zu den außergewöhnlichsten und schönsten Tafelbildern der Kunst um 1400, der Zeit der „Internationalen Gotik“, gezählt werden kann. Bemerkenswert ist besonders der fast exzentrisch zu nennende Stil der Figuren: Mit ihren sich vorwölbenden Stirnen, den spinnenbeinartig langen Fingern und den extrem schlanken Gliedmaßen führen sie europaweit verbreitete Schönheitsideale der Zeit gleichsam übersteigert vor. Die einzigartige Formensprache dieses anonymen Künstlers, der seinen Notnamen nach dem Herkunftsort des Wiener Diptychons erhalten hat, findet sich mehr oder minder stark ausgeprägt auch in einigen weiteren religiösen Tafelbildern wieder. Sie sind heute auf Sammlungen in Europa und den USA verteilt und werden in dieser Ausstellung, ergänzt um einzelne Goldschmiedearbeiten und Zeichnungen, erstmals überhaupt zusammen gezeigt. Die Werke des Meisters von Heiligenkreuz weisen zahlreiche motivische und stilistische Bezüge zur französischen Buch- und Tafelmalerei um 1400 auf, weshalb er in dieser Zeit in Frankreich und hier wohl in Paris tätig gewesen sein muß. Gerade sein namengebendes Werk verrät dabei, daß er be reits Bildfindungen des Boucicaut-Meisters und der ebenfalls als Buchmaler tätigen Brüder Limburg kannte, die aus der Zeit um 1410 datieren. Wenig später dürfte er dann in den Osten des deutschen Sprachraumes ge langt sein. Dafür sprechen nicht allein die ältesten nachgewiesenen Herkunftsorte der Tafelbilder, die nahezu alle in Österreich oder in angrenzenden Gebieten liegen, sondern auch die für sie verwendeten, für diese Regionen typischen Holzarten. Selbst das Wiener Diptychon als das mutmaßlich älteste Werk unseres Malers, das lange Zeit zu meist als ein noch in Frankreich gemaltes und dann nach Österreich gelangtes Importstück galt, muß hier gemalt worden sein. Ob gleich das Eichenholz der Bilder eher charakteristisch für die französische Tafelmalerei der Zeit ist, weisen Messungen der Jahresringdichten der Bretter darauf hin, daß der für sie verarbeitete Baum aus dem süddeutschen bzw. österreichischen Raum stammt. © KHM-Museumsverband »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at 111 Die ursprünglichen Bestimmungsorte der Tafelbilder dagegen sind allesamt unbekannt. Die Bildthemen des zweiteiligen Al - tarwerkes, das heute auf die Museen in Cleveland und Washington verteilt ist, weisen immerhin konkret auf seine Herkunft aus einem Klarissenkloster hin. Das Diptychon aus Stift Heiligenkreuz dagegen dürfte über- Mystische Vermählung der hl. Katharina, um 1415/20, Malerei und Polimentvergoldung auf Eichenholz, 71,8 × 43,8 cm; Kunsthistorisches Museum Wien, Provenienz: Stift Heiligenkreuz, Niederösterreich, 1926 von dort erworben

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